Pilotprojekt »Wohnpark Oberneuland – einfach machen!«
Der Wohnungsbau in Bremen stagniert aktuell – vor allem wegen hoher Baukosten und gestiegener Zinsen. Ein Pilotprojekt soll nun vereinfachte und kostengünstige Rahmenbedingungen schaffen, um neuen Wohnraum zu ermöglichen. Dabei bleiben Klimaschutz und Klimaanpassung weiterhin zentrale Kriterien.
Ziel ist die ganzheitliche Entwicklung eines Wohnquartiers auf Grundlage von neuen Planungsansätzen, die kosteneffizientes und zukunftsfähiges Bauen in Bremen sicherstellen sollen. Zur Umsetzung des Ziels ist die Stadt Bremen, unter Beteiligung der BREBAU, an Immobilienunternehmen herangetreten. Als Zusammenschluss in einer Projektgesellschaft soll das Pilotprojekt „Wohnpark Oberneuland – einfach machen!“ nun gemeinsam realisiert werden.
Im Mittelpunkt des Projekts steht neben der Entwicklung von rund 15 Hektar Fläche in Bremen Oberneuland die grundsätzliche Überprüfung gängiger Planungs- und Bauregeln, damit Wohnungsneubau und Eigentumsbildung – besonders für junge Familien – weiterhin möglich bleiben. Die Quartiersentwicklung legt einen besonderen Fokus auf das „einfache Bauen“ sowie auf ein breites Angebot an Wohnformen. Insbesondere die umliegenden Grünflächen mit Achterdiekpark, den Fleeten und die Grünanlagen rund um den Achterdieksee machen das Wohnen hier attraktiv. „Für die BREBAU ist diese Quartiersentwicklung ein Projekt, mit dem wir unserer „Kernaufgabe“ als bremisches Wohnungsbauunternehmen in der aktuell angespannten Marktsituation gerecht werden“, sagt Bernd Botzenhardt, Vorsitzender Geschäftsführer der BREBAU.
Das Besondere: Am 15.03.2025 fand im Lür-Kropp Hof eine Öffentlichkeitsbeteiligung zur Masterplanung des Wohnparks Oberneuland mit rund 30 Teilnehmenden statt. Ziel war es, erste Planungen vorzustellen und Anregungen aus der Bevölkerung zu sammeln. In Kleingruppen wurden Themen wie Erschließung, Mobilität, Freiraumgestaltung und soziale Infrastruktur konstruktiv diskutiert.
Nach einem städtebaulichen Wettbewerb mit drei geladenen Planungsbüros wurde vom Auswahlgremium die Arbeit des Bremer Architekturbüro Hilmes & Lamprecht in Zusammenarbeit mit Rabe Landschaften aus Hamburg zur Grundlage der weiteren Bearbeitung empfohlen.
Die Arbeit überzeugte durch eine flexible städtebauliche Struktur mit einem zentralen Fleet, das sich zu einer größeren Wasserfläche erweitert und von einer großzügigen Grünfläche umgeben ist, die auch Retentionsfunktionen übernimmt. Im Zentrum des Gebiets befindet sich ein attraktiver Quartiersplatz. Besonders hervorgehoben wurde der gelungene Mix unterschiedlicher Wohnformen – von gefördertem und freifinanziertem Wohnen in Mehrfamilienhäusern bis hin zu Reihenhäusern mit hochwertigen und erschwinglichen Grundstücken.
Gemeinsam angestrebtes Ziel ist ein Baustart in 2027.
Bild: Städtebauliches Konzept, Siegerentwurf von Hilmes Lamprecht Architekten BDA, überarbeiteter Lageplan